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Leitfaden

Sinus pilonidalis

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Klassifikation akut infiziert oder chronisch
Diagnostik Die klinische Untersuchung ist richtungsweisend. Es finden sich in der Mittellinie kleine Löcher, aus denen Haare zu wachsen scheinen.
Opindikation Immer bei Beschwerden
Aufklärung Wundinfektion, Rezidiv
Vorbehandlung Keine
Opvorbereitung Keine
Operationen Bei akuten Infektionen wird der Abszess inzidiert. Bei chronischen Beschwerden wird der gesamte Sinus bis zur Sakralfaszie exzidiert und der Defekt mit einer Verschiebelappenplastik verschlossen.
Komplikationen Infektion, Rezidiv
Postop. Therapie Bei der Verschiebelappenplastik sollte sich der Patient bis zur  sicheren Heilung schonen.
Kostaufbau Sofort
Entlassung Ab 1.-4. Tag
Patienteninfo Allgemein
Nachbehandlung Nach der Abszessinzision ist meistens ein spätere Sanierung erforderlich. Bei der Verschiebelappenplastik treten nicht selten kleinere Wundheilungsstörungen auf, die unter einer lokalen Therapie folgenlos ausheilen. Sie sind nicht mit einem Rezidiv zu verwechseln.

Gallenblasenkarzinom

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Klassifikation TNM
Diagnostik Die Sonographie ist richtungsweisend. Ein Abdomen-CT dokumentiert das gesamte Ausmaß. Röntgen-Thorax. Labor: AP, GGT, ALT, Bili, BB. Eine ERCP ist nur bei Aufstau der Gallenwege erforderlich
Opindikation Nur zur Kuration (T1-T3, N1) ist eine Resektion sinnvoll. Bei T1-Tumoren, die zufällig nach einer Cholezystektomie entdeckt werden, ist keine weitere Therapie erforderlich. Sollte die Gallenblase allerdings bei der Operation verletzt worden sein, sollten die Trokarstellen exzidiert werden. Metastasierte Tumoren werden nicht operiert.
Aufklärung Nachblutung, Gallefistel
Vorbehandlung ERCP und Stent bei Stau der Gallenwege
Opvorbereitung Keine
Operationen Die radikale Cholezystektomie mit Lymphadenenktomie ist der Standardeingriff. Dabei wird das Leberbett reseziert. Selten ist eine Choledochusresektion erforderlich.
Komplikationen Gallefistel, Nachblutung
Postop. Therapie Die Therapie hängt vom Ausmaß der Operation und wird individuell gestaltet.
Kostaufbau Am Operationstag Tee, am 1.po Tag meistens leichte Kost
Entlassung Ab 5. Tag
Patienteninfo Allgemein
Nachbehandlung Inwieweit eine Chemotherapie sinnvoll ist, wird individuell im interdisziplinären Tumorkonsil besprochen.

Gastroösophageale Refluxkrankheit

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Klassifikation GERD/NERD
Diagnostik Die gastroskopische Bestätigung der Diagnose (Biopsie) und die Manometrie sind zur Operationsplanung erforderlich. Bei nicht-eindeutigen Beschwerden sollte eine Magen-Darm-Passage und pH-Metrie erwogen werden.
Opindikation Alle Patienten, die mit Protonenpumpenhemmern optimal eingestellt sind, sind auch Kandidaten für die Operation. Besonders im jüngeren Lebensalter oder wenn ein ausgeprägter Volumenreflux vorliegt, sollte die Operation vorgeschlagen werden. 
Aufklärung Nachblutung, Ösophagusverletzung, Rezidiv
Vorbehandlung 6monatige konservative Therapie
Opvorbereitung Keine
Operationen Laparoskopische Hiatoplastik mit anteriorer Semifundoplikatio oder 360° Fundoplikatio
Komplikationen Ösophagusverletzung, Nachblutung, Rezidiv
Postop. Therapie Keine
Kostaufbau 1. po. Tag Tee/Suppe/Joghurt, 2. po. Tag leichte Kost
Entlassung Am 4. po. Tag.
Patienteninfo Allgemein
Nachbehandlung Keine

Splenektomie

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Klassifikation Keine
Diagnostik Im Notfall ist die Diagnostik abhängig von der Kreislaufsituation. In elektiven Situationen reicht bei normaler Milzgröße eine Sonographie.
Opindikation Hämatologische Erkrankungen sind die häufigsten Gründe für elektive Splenektomien. Im Notfall sind es die Milzrupturen.
Aufklärung Nachblutung, Pankreasfisteln
Vorbehandlung Impfen (Meningokokken, Pneumokokken, Haemophilus influenza Typ B) mind. 2 Wo. vorher. Bei monströser Milz: Milzarterienembolisation erwägen
Opvorbereitung Keine
Operationen Laparoskopische Splenektomie
Komplikationen Nachblutung, Pankreasfistel
Postop. Therapie Keine
Kostaufbau Am 1.po Tag Tee, am 2. po. Tag leichte Kost. 
Entlassung Ab 5. Tag
Patienteninfo Allgemein
Nachbehandlung Keine spezifische

Leistenhernie

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Klassifikation Alle Leistenhernien werden nach Schumpelick eingeteilt.
Diagnostik Die klinische Untersuchung ist fast immer ausreichend. Nur bei sehr kleinen unklaren Befunden ist die Sonographie hilfreich.
Opindikation Hernien sollten immer repariert werden, weil sie größer werden. Ein Bruchband ist nicht sinnvoll. Man sollte nur bei einer Peritonealkarzinose von einer Operation absehen. Bei einer fortgeschrittene Leberzirrhose sollte die Indikation sorgfältig abgewogen werden.
Aufklärung Orchitis, Rezidiv, Netzeinlage
Vorbehandlung Keine
Opvorbereitung Keine
Operationen Bei sehr jungen Patienten und kleiner Hernie wird die Hernie mit Nähten n. Shouldice verschlossen. Bei allen anderen wird ein nicht-resorbierbares Netz eingelegt. Die Netze werden bevorzugt endoskopisch (TEP) oder konventionell nach Lichtenstein eingelegt.
Komplikationen Blutung, Infektion, Orchitis
Postop. Therapie Hoden eventuell höher lagern durch enge Unterhosen. Bei Orchitis: Hoden hochlagern, Kühlen, Antiphlogistika.
Kostaufbau Sofort
Entlassung Ab 2. Tag
Patienteninfo Hernien
Nachbehandlung Nach endoskopischer Netzimplantation kann der Patient sich nach abgeschlossener Wundheilung wieder normal belasten. Bei der Operation nach Lichtenstein sollte die Belastung über die nächsten Wochen sukzessive erhöht werden.