Darmvorbereitung

Darmvorbereitung

DarmvorbereitungEs war bisher vor größeren abdominalen Eingriffen üblich, den Darm des Patienten vollständig zu entleeren. Dazu erhielt der Patient am Tag vor der Operation ein einfaches Abführmittel. Bei allen Eingriffen am unteren Gastrointestinaltrakt wurde zusätzlich eine „gründliche“ Säuberung des Darmes angestrebt, um die Keimdichte im Kolon zu vermindern und damit die infektiösen Komplikationen zu reduzieren. Leider wurde der vermutete Effekt dieser gründlichen Darmsäuberung in randomisierten Studien nicht belegt. Eine Darmspülung vermindert bei elektiven kolorektalen Resektionen die Komplikationsrate nicht. In den letzten größeren multizentrischen Studien traten allerdings mehr intraabdominelle Abszesse auf. Man wird heute eine intensive Darmspülung mit vielen Litern Spüllösung kaum noch sinnvoll begründen können, weil sie für den Patienten unangenehm und belastend ist. Inwieweit eine einfache, unkomplizierte Darmvorbereitung weiter angeordnet wird, wie sie für eine Koloskopie üblich ist, hängt sicherlich von der Einstellung des Chirurgen ab. Persönlich wird in allen elektiven Situationen die vollständige Darmentleerung bevorzugt, weil eine Operation an einem stuhlgefüllten Darm nicht sehr angenehm und unästhetisch ist.

Eingriffe am Hals, Weichteilen und Haut, Leistenhernie, CCE, Appendektomie, Fundoplikatio, Splenektomie. Keine Darmvorbereitung
Eingriffe an Narbenhernie, Leber, Gallenwegen, am Retroperitoneum, Ösophagus, Magen, Pankreas 2 Pyrilax®-Supp oder 4 Tbl. Pyrilax® um 14:00 und danach mindestens 2-4 Liter Flüssigkeit trinken lassen. Nach der Darmvorbereitung darf der Patient bis 2 Stunden vor der Operation Tee oder Wasser nach Belieben trinken.
Resezierende Eingriffe am Dünn- oder Dickdarm, Koloskopie, Kolonkontrasteinlauf, Stomarückverlagerung Zusätzlich zu den Diätvorschriften sollte viel Flüssigkeit (kohlesäurefreies Mineralwasser bzw. Tee mit oder ohne Zucker) getrunken werden. Die Darmvorbereitung wird mit Citrafleet® vorgenommen. Nach der Darmvorbereitung darf der Patient bis 2 Stunden vor der Operation Tee oder Wasser nach Belieben trinken. Am Operationstag erhält der Patient direkt vor der Operation ein Klistier.
Normale Proktologische Eingriffe, Rektoskopie, Proktoskopie 30 Minuten vor dem Eingriff erhält der Patient ein Klistier
Rekonstruierende Eingriffe am Anus mit chemischen Stoma

Zusätzlich zu den Diätvorschriften sollte viel Flüssigkeit in Form kohlesäurefreien Mineralwasser bzw. Tee (mit oder ohne Zucker) getrunken werden. Die Darmvorbereitung wird mit Citrafleet® um 8:00 morgens begonnen. Ungefähr 250 ml pro Stunde trinken und viel bewegen.
Um 14:00 werden 3 Liter zusätzlich Clean-Prep® getrunken. Im Durchschnitt 1 Liter pro Stunde.
Um 20:00 unbedingt 4 Kps. Loperamid einnehmen.
Nach der Darmvorbereitung darf der Patient bis 2 Stunden vor der Operation Tee oder Wasser nach Belieben trinken.
Am Operationstag sollte der Patient am Morgen erneut 4 Kps. Loperamid mit einem Schluck Wasser einnehmen.
Direkt vor der Operation erhält er ein Klistier.
Postoperativ werden 3mal 30 mg Codeinphosphat und 3mal 2 Kps. Loperamid angeordnet für mindestens 5 Tage bzw. solange das chemische Stoma bestehen soll.
Klare Flüssigkeiten (keine Nährlösungen) sind gestattet.

Schnelle Vorbereitung bei unterer gastrointestinaler Blutung Die Darmvorbereitung wird mit Citrafleet® vorgenommen.

Kontraindikation für die Darmspülung

Subtotale oder totale Magen- oder Darmstenosen, Niereninsuffizienz.

Darmspülung

Sollte jemand weiterhin eine Spülung mit 4 bis 6 Liter des nicht-resorbierbaren Polyethylenglykols (PEG-Lösung) bevorzugen, dann sollte die PEG-Lösung kühl getrunken werden, weil der relativ unappetitliche Geschmack dadurch etwas gemildert wird. Ein herkömmliches Laxans (z.B. Prepacol® oder Fleet®) ist zur Darmentleerung jedoch völlig ausreichend, wie Studien zur Koloskopievorbereitung belegen.

Chemisches Stoma

Wenn zum Beispiel nach einer komplexen perinealen Operation die Defäkation für einige Tage sicher vermieden werden soll, dann wird der Darm präoperativ besonders gut gereinigt und die Kolonmotilität medikamentös mit Loperamid und Codeinphosphat gehemmt. Auf diese Weise wird der Dickdarm ruhig gestellt. Der Patient beginnt am 5. oder 7. postoperativen Tag mit normaler Kost, begleitet von einem milden Abführmittel.