Analfissuren

Die Fissur ist wahrscheinlich neben der Thrombose die zweithäufigste schmerzhafte Erkrankung am Anus. Es handelt sich dabei um einen oberflächlichen Einriss, der sehr empfindlichen Analhaut.

Ein akuter Riss ist nicht selten und tritt häufig nach der Passage harten Stuhls durch einen noch nicht ausreichend entspannten Anus auf. Auf dem Toilettenpapier sind dann geringe Blutspuren nachweisbar und typischerweise wird sofort ein scharfer Schmerz nach dem Stuhlgang verspürt.

In der Regel heilt der Riss nach wenigen Tagen ohne eine besondere Therapie. Bei manchen Patienten bildet sich aber eine chronische Fissur, die einem entzündlichen dauerhaften Geschwür entspricht, das bis auf den Schliessmuskel reicht. Die Begleitentzündung gemeinsam mit den Schmerzen verursacht einen Krampf des Schliessmuskel, der wiederum die Durchblutung verschlechtert und damit die Heilung verzögert. Bei jedem erneuten Stuhlgang wird die Abfolge von mechanischem Reiz, Infektion, Krampf und Durchblutungsstörung erneut in Gang gesetzt und so die Heilung des Geschwürs verhindert.

Behandlung

Findet sich bei einer akuten Fissur ein Krampf, dann sollte dieser durch ein Betäubungsmittel (Salbe oder Zäpfchen) besietigt werden. Zusätzlich kann ein Analdehner (3mal 15 Min. täglich) hilfreich sein, wenn er konsequent eingesetzt wird, um den Anus zu entspannen und zu dehnen. Der Stuhlgang wird mit einem milden Abführmittel erleichtert. Um den Krampf abzuschwächen kann zusätzlich ein Medikament gegeben werden (Rectogesic®), die allerdings vielfach Kopfschmerzen verursachen. Nur durch die konsequente konservative Therapie über Wochen und Monate einschließlich Analdehnung gelingt es, die meisten Fissuren zu heilen. Als Alternative gilt die Injektion von Botulinum-Toxin, durch die eine „pharmazeutische Erschlaffung“ erreicht wird.

Manchmal ist zur besseren Heilung eine zusätzliche Fissurektomie mit „Anfrischen“ des Wundgrundes hilfreich. Nur wenn der Krampf nicht konservativ beseitigt werden kann, sollte eine Operation erwogen werden, bei der der Schliessmuskel teilweise eingekerbt wird. Die Operation hat bedauerlicherweise sehr unerwünschte Langzeitfolgen. Bei ungefähr einem Fünftel der Patienten verschlechtert sich die Kontinenz erheblich.