Darmkrebs

Im Dickdarm entstehen häufig bösartige Tumoren. Sie entstehen aus der inneren Auskleidung, der Schleimhaut. Als Vorstufen sind sogenannte Adenome oder Polypen bekannt, die zu den noch gutartigen Tumoren zählen. Gutartige Tumoren sind dadurch definiert, dass sie nur in ihrer Größe wachsen, aber keine Töchtergeschwülste bilden. Das Gefährliche an bösartigen Tumoren ist ja gerade, dass sie sich unkontrolliert im ganzen Körper ausbreiten und den Patienten dadurch aufzehren.

Vorsorgeuntersuchungen

Da die Hälfte der Tumoren im fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert werden, sollte von den Vorsorgeuntersuchungen unbedingt Gebrauch gemacht werden. Vom 50.–55. Lebensjahr können jährliche Hämoccult-Tests durchgeführt werden. Ab dem 56. Lebensjahr werden sie durch zwei Koloskopien ergänzt, die im Abstand von zehn Jahren vorgenommen werden. Von den Patienten werden diese Vorsorgeuntersuchungen immer wieder unterschätzt. Gutartige Darmtumoren, die Vorstufen, und die frühen bösartigen Tumoren verursachen KEINE Beschwerden. Die Patienten bemerken nichts. Sie fühlen sich gesund und in falscher Sicherheit. Häufig weisen erst Blutungen im Stuhl auf den Tumor hin.

Einteilung

Die Tumoren werden heute international nach bestimmten Kriterien (TNM-Stadien) eingeteilt. Wichtig ist dabei, wie tief der Tumor bereits in die benachbarten Strukturen gewachsen ist (T-Stadium). Außerdem wird erfasst, ob der Tumor sich bereits in benachbarte Lymphknoten abgesiedelt hat (N-Stadium) oder ob er bereits in anderen Organen Tochtergeschwülste gebildet hat (M-Stadium). Das Risiko von Lymphknotenmetastasen steigt mit der Tiefeninfiltration des primären Tumors. Zunächst werden die Lymphknoten direkt in der Nähe des Tumors befallen, danach die regionären Lymphknoten, die entlang der Schlagadern verlaufen. Zu jeder Tumoroperation gehört deshalb nicht nur die Entfernung des Tumors, sondern es wird auch das Ausbreitungsgebiet der Lymphgefäße entfernt.

Darmkrebs

Untersuchungen

Vor allen Operation muss der Dickdarm vollständig untersucht werden, um mehrfache Tumore auszuschließen. Dazu ist die Darmspiegelung am besten geeignet, weil verdächtige Befunde entfernt oder biopsiert werden können. Eine Röntgenkontrastaufnahme wird heute nur noch selten vorgenommen. Ergänzt wird die Darmspiegelung durch eine Computertomographie und Röntgenaufnahme der Lunge. Dann kann das Ausbreitungsstadium abgeschätzt und die optimale Therapie eingeleitet werden.

Behandlung

Jeder Tumor sollte reseziert werden. Eine sichere Heilung ist gegenwärtig nur durch eine vollständige Entfernung möglich. Ein Polyp wird vorzugsweise endoskopisch bei der Darmspiegelung entfernt. Bei einem bösartigen Tumor ist eine entsprechend große Operation erforderlich. Sie kann heute durch einen großen Bauchschnit oder durch die laparoskopische Methoden (MIC) erreicht werden. Meinen Professorentitel verdanke ich der intensiven Beschäftigung mit der laparoskopischen Operationsmethode beim Darmkrebs.

Darmkrebs

Ist der Tumor bereits sehr fortgeschritten oder liegen sehr viele Tochtergeschwülste (Metastasen) vor, dann sollte die Operation mit Bedacht gewählt werden, weil eine Heilung nicht mehr möglich ist.

Vorbehandlung

Liegt ein Mastdarmkrebs vor, der die untersten Abschnittr des Darmes befällt, dann kann zur Heilung eine Bestrahlung und Chemotherapie erforderlich sein. Beides wird vor der Operation vorgenommen, weil sich dadurch die Heilungschancen noch einmal verbessern. Der Dickdarmkrebs benötigt bisher keine Vorbehandlung. Er kann direkt beseitigt werden.

Darmkrebs

Operationsverfahren

Was genau in welcher Weise operiert wird, hängt davon ab, wo genau der Tumor liegt und wie weit er bereits ausgedehnt ist. Die endgültige Entscheidung fällt erst bei der Operation. Beispielhaft sind für einen Tumor auf der rechten Seite und auf der linken Seite des Dickdarms angeführt, wieviel entfernt wird. Grundsätzlich werden die Darmabschnitte wieder aneinandergenäht, so dass ein künstlicher Darmausgang NICHT erforderlich ist.

Darmkrebs Darmkrebs

Bei jeder heilenden Operation ist es außerordentlich wichtig, dass die erste Operation perfekt durchgeführt wird. Wenn es hier zur Verschleppung von Tumorzellen kommt oder "zu wenig" entfernt wird, dann treten Rückfälle auf. Der Operateur hat beim Dickdarmkrebs einen großen Einfluss auf die Langzeitergebnisse. Das Video zeigt, wie wir über einen Bauchschnitt einen Dickdarmkrebs im unteren Abschnitt (Mastdarm-Rektum) entfernen. Wir legen bei allen Operationen sehr viel Wert auf eine präzise blutarme Operationstechnik.

Im Vergleich zur offenen Operation finden Sie im nächsten Video eine laparoskopische (minimal-invasive) Entfernung desselben Darmabschnittes. Auch bei laparoskopischen Techniken ist die Präzision äußerst wichtig. Dadurch werden unbeabsichtigte Verletzung anderer Organe vermieden und der Blutverlust minimiert.

Nachbehandlung

Genauso wichtig wie die Operation ist eine optimale Nachbehandlung durch eine ausgefeilte Betreuung nach der Operation. Eine optimale Schmerztherapie und zeitgerechter Kostaufbau sind äußerst wichtig. Nachdem dann die feingewebliche Unteruschung vorliegt, wird in einer Besprechung mit Tumorspezialisten festgelegt, ob eine weitere Therapie sinnvoll ist. Mit dem Hausarzt werden dann weitere Nachsorgetermine besprochen. Hier können Sie die Nachsorgeempfehlungen herunterladen.