Gallensteine

Gallensteine treten bei 15-20 % aller Menschen auf. Bei den über 70jährigen sind vermutlich mehr als die Hälfte Menschen Steinträger. Allerdings verursachen die meisten Steine keine Beschwerden und bedürfen deshalb auch keiner Therapie. Es wird geschätzt, dass jährlich ungefähr 200 000 Gallenblasen entfernt werden.

Gallensteine

Viele Steinträger weisen gemeinsame Charakteristika auf, so dass einige Faktoren zur Steinbildung zu prädisponieren scheinen: zunehmendes Alter, weibliches Geschlecht, Schwangerschaft, Übergewicht, Familienanamnese, Diabetes mellitus und Entzündungen im Gallengangssystem.

Die meisten Steinträger haben keine Beschwerden. Wenn sie aber auftreten, so klagen die Betroffenen über ein Druckgefühl nach dem Essen, typischen Koliken oder einem schweren entzündlichen Schub. Die Schmerzen gehen häufig mit Übelkeit einher und treten immer wieder unter denselben Umständen auf.

Untersuchungen

Zur Sicherung der Diagnose ist eine Ultraschalluntersuchung völlig ausreichend, denn damit können Steine verläßlich nachgewiesen werden. Zusätzlich sind noch Laboruntersuchungen erforderlich, um Auskunft über die Funktion oder Schädigung der Leber zu erhalten.

Man sollte nicht vergessen, dass sich im rechten Oberbauch verschiedene Organe befinden, die allesamt den Gallefluss beeinträchtigen können. Manchmal führen Erkrankungen der benachbarten Organe zu ähnlichen Beschwerden, so dass eine weiterführende Diagnostik sinnvoll ist.

Gallensteine

Behandlung

Bei einem Gallenblasensteinleiden gibt es nur für ausgewählte Patienten eine sinnvolle Alternative zur Operation. Dafür käme die Stoßwellenlithotripsie oder eine medikamentöse Gallensteinauflösung in Betracht, die jedoch unsicher im Effekt und zum Teil langwierig ist.

Operation

Patienten mit einer Kolik entwickeln innerhalb eines Jahres in 1-3 % eine Komplikation, so dass die Operation erforderlich ist. Bei asymptomatischen Steinträgern beträgt das Risiko dagegen nur 0,1 bis 0,3 Prozent, so dass sie nicht operiert werden müssen. Bei einer akuten Entzündung mit starken Schmerzen ist die Operation dagegen dringlich angezeigt. Bei einigen Patienten ist die Gallenblase bereits "abgestorben" und deshalb grünlich verfärbt.

Gallensteine

Die Gallenblase wird heutzutage fast immer laparoskopisch entfernt. Eine sehr ausführliche Beschreibung mit vielen Abbildungen habe ich für interessierte Laien unter "Anleitung zum Entfernen der Gallenblase" beschrieben. Hier werden Sie über die Technik und die möglichen Komplikationen informiert.

Sollte der Verdacht auf Gallenblasenkrebs bestehen oder die Operation laparoskopisch nicht möglich sein, dann wird die Gallenblase über einen großen Bauchschnitt entfernt.

Nachbehandlung

Nach der laparoskopischen Operationn kann der Patient bereits am ersten Tag wieder Essen und sich normal bewegen. Am 2. Tag nach der Operation geht der Patient in der Regel wieder anch Hause.