Statistik ohne Statistik

Statistik ohne Statistik

Eine neue überarbeitete Auflage wurde jetzt beim Kaden-Verlag als ebook herausgebracht.

Dieses Buch ist aus einer jahrzehntelangen Enttäuschung entsprungen, die sich sowohl im privaten als auch beruflichen Umfeld aufbaute und jetzt überwunden ist. Es ist die Enttäuschung darüber, wie viele kluge Menschen sich tagtäglich mit einfachsten Mitteln täuschen und manipulieren lassen, obwohl sie es eigentlich besser wissen. Gewitzte Personen, die sich im Alltag nicht übers Ohr hauen lassen würden, versinken in andächtiges Schweigen, wenn jemand behauptet, dass sein Argument wissenschaftlich gesichert ist. Menschen, die in ihrem Berufsleben oder ihren Hobbies komplexe Probleme lösen, scheuen sich vor einfacher Prozentrechnung. Akademiker, die über Jahre systematisch methodisch ausgebildet wurden und ihre hervorragenden Kenntnisse auf ein hoch spezielles Fachgebiet anwenden, meiden die kritische Auseinandersetzung mit offensichtlichem Unsinn, weil sie sich unsicher fühlen.

Dieses Verhalten, das Ausweichen der Gebildeten und das Flüchten unter einen „Tarnschirm der Dummheit“, wird den meisten Menschen nicht gerecht, weil sie durch schwierige, sehr komplexe Entscheidungen und vernünftiges Handeln täglich beweisen, dass sie klüger sind, als sie sich geben. Dadurch, dass diese Menschen es aber dennoch kaum wagen, öffentlich ihren Verstand und ihre Vernunft zu gebrauchen, ebnen sie den Weg für die gegenwärtige Inflation von Halb- und Nichtwissen, das sich ungehindert auszubreiten scheint. Weil offensichtlicher Unsinn in den Zeitungen, Zeitschriften und Talk-Shows unwidersprochen bleibt, fühlen sich Spinner und Märchenerzähler berechtigt, ihre Phantasien als Wirklichkeit auszuweisen. Wir ärgern uns zwar alle über die zunehmende Verflachung von Argumenten und Diskussionen, tun aber selbst wenig, um das Niveau auf eine akzeptable und angemessene Ebene zu heben. Wir wundern uns alle über unsinnige Entscheidungen, die auf schlechten oder manipulierten Informationen beruhen, schreiten aber nicht ein, um die relevanten Informationen zu liefern oder zu fordern. Im Zeitalter des Internets bedarf es nicht unbedingt  Wikileaks, um viele relevante Informationen zu finden. Egal, wo wir uns gerade befinden und welches Kommunikationsmedium wir nutzen, überall begegnen wir Sinn und Unsinn, Wissen und Glauben, Wahrheit und Falschheit.

Das vorliegende Buch kann uns darin unterstützen, scheinbar wissenschaftlich fundiertes Wissen kritisch und konstruktiv zu bewerten. Ein fester und unkontrollierter Glaube an wissenschaftliche Erkenntnisse ist genauso wenig gerechtfertigt, wie das ausschließliche Vertrauen auf die persönliche Intuition oder der Glaube an Autoritäten. Um sich dieses Vermögen der kritischen Bewertung anzueignen oder es zu aktualisieren, wenn man es bereits hat, bedarf es keines intensiven Universitätsstudiums oder akademischen Abschlusses. Mit etwas Mühe und Ausdauer und angetrieben durch die erforderliche Neugierde sollte es möglich sein, die hier vorgetragenen Beispiele und Argumente nachzuvollziehen und zu verstehen. Es wird am Ende leichter sein als das Handbuch eines modernen Fernsehers oder die Anleitung für ein Betriebssystem von Computern – was bekanntermaßen Millionen beherrschen.

Lesen Sie in "Grundlagen medizinischer Statistik" wie in einem Lesebuch. Mit vielen kleinen Geschichten wird Ihnen statistisches Denken kinderleicht beigebracht.