Humane Medizin

Dem Einen mag der Ausdruck "Humane Medizin" als Pleonasmus erscheinen und dem Anderen lediglich an den Ausdruck "Humanmedizin" erinnern. In diesem Kontext soll durch die bewusste Verwendung von "human" das Augenmerk auf die Menschlichkeit gerichtet werden. Praktizierte Medizin muss menschlich sein und bleiben, trotz aller Bestrebungen, sie auf das Nötigste zu begrenzen.

Was wird unter Menschlichkeit verstanden? "Menschlichkeit" bedeutet ein Denken und Handeln basierend auf Selbstlosigkeit, Mitgefühl, Warmherzigkeit, Herzensgüte, Ehrlichkeit, Verständnis, Toleranz, Einfachheit, Gewissenhaftigkeit, Zufriedenheit, Achtsamkeit, gegenseitiges Verantwortungsgefühl und Respekt. Wird die Menschlichkeit im Alltag umgesetzt, führt dies zu Vorbildlichkeit, Klarheit und Erkenntnis."

Menschlichkeit ist natürlich ein wichtiges Fundament der ärztlichen Tätigkeit. Als Ärzte unterliegen wir besonderen Verpflichtungen. So können die Patienten zu Recht von uns erwarten, dass wir uns zum Wohle der Patienten kontinuierlich fortbilden, dass wir mit dem vorhandenen Fachwissen bestens vertraut sind und dass wir dem Patienten keine Therapie empfehlen, von der wir nicht sicher wissen, ob sie zur effektiven Behandlung geeignet ist oder ihm Schaden zufügt.

Es reicht nicht aus, dass wir als Ärzte an gewisse Wirkprinzipien glauben und von unserer eigenen Tätigkeit überzeugt sind. Es wird zu Recht gefordert, dass sich die ärztliche Tätigkeit am verfügbaren Wissen ausrichtet und nicht allein an der persönlichen Meinung. Was wir heutzutage als gesichertes Wissen akzeptieren, hängt nicht in erster Linie von Autoritäten bzw. Spezialisten ab, sondern davon, ob es durch akzeptierte wissenschaftliche Methoden fundiert ist. Die Methodologie informiert uns somit, wie verläßlich unser Wissen ist. Wenn wir also abschätzen wollen, ob wir uns auf ein Wissen verlassen können oder eher misstrauisch sein sollten, dann müssen wir genau betrachten, wie die Erkenntnisse gewonnen wurden.

Aus diesem Grund sollte sich jeder Arzt mit den Prinzipien der Evidenz-basierten Medizin, ihren Vor- und Nachteilen, vertraut machen.

Mit den nachfolgenden Hinweisen wird versucht, Ihnen Einblicke in die Methodologie klinischer Studien und ihrer Auswertung zu verschaffen, um Sie dadurch mit dem nötigen Rüstzeug auszustatten, die Wertigkeit und Verlässlichkeit unseres medizinischen Wissens richtig einzustufen.

1.Was ist Evidenz-basierte Medizin und wie integriere ich sie im klinischen Alltag?

2. Welche Anforderungen werden an Berichte über randomisierte Studien gestellt?

3. Nach welchen Kriterien beurteilen wir Studien?

4. Wie werden Daten statistisch ausgewertet?