Evidenz-basierte Medizin

Der Begriff "Evidenz-basierte Medizin" (EBM) wird inflationär verwendet und häufig missverstanden, so dass an dieser Stelle auf eine kurze und prägnante Zusammenfassung der Prinzipien der EBM von David Sackett verwiesen werden soll.

EBM ist nichts Neues, sondern war und wird von allen ernsthaften Ärzten schon immer praktiziert, die (selbst)kritisch ihre klinische Tätigkeit beurteilen. EBM ist vom Prinzip her relativ einfach, weil sie auf drei Prämissen basiert:

1. mache Dich mit den Wünschen und Erwartungen des Patienten vertraut;
2. bringe Deine klinische Erfahrung ein und
3. mache Dich mit der externen, wissenschaftlichen Evidenz vertraut.

Nach diesen Prämissen sind gute Ärzte schon immer vorgegangen. Das neue Element besteht lediglich in der Betonung der dritten Prämisse, weil wir durch die Flut an neuen medizinischen Erkenntnissen, die erstmals allen leicht zugänglich ist, in die einfache und doch zugleich schwierige Situation versetzt werden, diese Informationen zu verarbeiten.

Die Berücksichtigung der verfügbaren externen Evidenz führte in den letzten Jahren zu großen Verbesserungen in der Diagnostik und Therapie. Gerade in der Chirurgie haben wir uns von altem Ballast und unbegründeten Ritualen getrennt.

Von einigen Ärzten wird primär die dritte Prämisse betont und die anderen vergessen oder in den Hintergrund gestellt. Es sollte aber allen Ärzten klar sein, dass alle drei Prämissen zu einer ärztlichen Behandlung gehören.

Wie wird die externe Evidenz  am Besten beurteilt und worauf sollten Empfehlungen beruhen?

Einge gute un leicht verständliche Einführung finden Sie in meinem Buch "Statistik ohne Statistik".